Detox von “Detox Identity” – wie die Bundeszentrale für politische Bildung Deutschland ideologische Indoktrination unterstützt

– Eine Betrachtung als Psychotherapeut und Vertreter des kritischen Rationalismus

Anhand der Broschüre “Männer im Feminismus – Warum und wie?” versuche ich darzustellen, wie man wirkliche Emanzipation von Geschlechtsstereotypen von ideologischer Indoktrination unterscheiden kann.

https://www.detox-identity.de/ver%C3%B6ffentlichungen


Dies unter Analyse dieser Broschüre, welcher vorgibt, eine vermeintlich exististierende “antifeministische” ideologische Indoktrination aufzuweichen. Und brisanterweise auch von der “Bundeszentrale zur politischen Bildung” unterstützt wird, was die ganze Thematik umso bedenklicher macht

Dabei werde ich sehr konkret und detailliert auf den Wortlaut der Broschüre eingehen. Dies ausgehend von einer Haltung, bei der es mir um konkrete Kritik an konkretem Verhalten geht, welche die Tür öffnen soll, für einen gemeinsamen Lernprozess fernab von einem “Wir gegen Sie”-Narrativ, wie selbst von der Broschüre in ihrem Konstruktion von “feministisch” vs. “antifeministisch” festgehalten. Da dies eben auch schon eine Form der Indoktrination ist, solch künstliche trennende Kategorien, welche jegliche real existierende Heterogenität und Widersprüchlichkeit verneint.

Dabei werde ich auf ganz konkrete Inhalte der Broschüre eingehen, um diesbezüglich als Psychotherapeut und Experte für destruktive Manipulation Stellung zu nehmen

Im Vorwort Seite 3

Hier wird suggeriert, dass es überhaupt Personen gibt, welche “nicht betroffen” von “Diskriminierung” sind. Da stellt sich die Frage, wie man überhaupt Diskriminierung messen soll? Wenn ein Cis-Mann von einem Fremden in der Öffentlichkeit verprügelt wird: Ist das schon “Diskriminierung”? Da es keine objektiv nachvollziehbaren Messmethoden gibt, kann man dies nicht nachvollziehen. Die Einteilung in “diskriminiert” oder “nicht diskriminiert” scheint so nicht hinterfragbar, sondern einfach dem autoritären Prinzip der “Experteneinschätzung” zu unterliegen. Es folgt somit der Logik der Kopfgeburt der Ideologie im Unterschied zum wissenschaftlichen Ideal der empirischen Überprüfbarkeit. Die Frage ist deshalb nicht mehr: Was sind die Daten diesbezüglich? Sondern wer hat die Definitionsmacht? Die Selbstbezeichnung als “machtkritisch” und “diskriminierungssensibel” wird dabei auch kaum aufgrund objektiv überprüfbarer Kriterien nachvollziehbar gemacht (wie z.B. der Referent in seinem Blog https://adrianoertli.com/2022/01/28/der-therapeutische-raum-als-gegenteil-einer-sekte/)

Schlimmer noch als einfach offen autoritär eine ideologische Schulung zu betreiben, wirkt das gleichzeitig autoritäre Präsentieren von gutem und schlechtem Verhalten mit dem Zusatz des Betonens des Machtkritischen zu einem paralysierenden Double Bind, welches eine effektive Methode darstellt, ein Publikum gefügig zu machen.

Seite 5 Begriffsdefinitionen

Auch hier sind wieder von Privilegien und Diskriminierung die Rede, ohne einen Raum bieten zu können, um dies sachlich reflektieren zu können. Bei der Definition von “BIPoC” wird wiederum der Rassismus gegen “Weisse” trotz Haufenweise von Gewalterfahrungen, welche Menschen ganz explizit aufgrund ihrer weissen Hautfarbe machen, geleugnet. Dabei werden nicht nur Begriffe erklärt, sondern eine ganze Weltanschauung quasi als Konsens der Debatte aufgeführt. Dies ohne Raum dafür zu öffnen, ob nicht auch andere Sichtweisen, ideologische Brillen oder subjektive Betrachtungen hilfreich sein könnten.

Seite 6 Vorstellung des Forschungsprojekts

Hier wird enorm diffus das Projekt “Antifeminismus” mit dem “Versprechen von Reichtum und Macht” assoziiert und auch auf “antifeministische Glaubenssätze” Bezug genommen. Mir als Leser bleibt völlig unverständlich, was dann dieser “Antifeminismus” sein soll oder gar ein “geschlossenes Antifeministisches Weltbild”. Auch nach kurzer Recherche bei Angegebener Autoritarismus-Studie finde ich keine Hinweise darauf, was damit gemeint werden soll. Schlussendlich wird hier einfach zum feministischen “Innen” ein antifeministisches “Aussen” suggeriert, welches man gar nicht intellektuell nachvollziehen kann, aber das man dann einfach als “geschlossenes Weltbild” verkauft, ohne dies auch nur im Ansatz nachvollziehbar zu machen. Was bleibt ist die implizite Aussage: “Wir selbst sind machkritisch, offen und reflektiert und die anderen ideologische Betonköpfe”. Damit erledigt sich schon jede sachliche Auseinandersetzung mit den “anderen”.

Auch hier fällt wieder auf, dass es keinerlei nachvollziehbaren Statements gibt. Vielmehr findet eine Pathologisierung derer statt, welche “Widerstand” zeigten, anstatt dass es z.B. ungeklärte oder noch zu vertiefende Problembereiche weiter zu erforschen gibt.

Auch hier fällt auf, wie sehr der Fokus der Beschreibung der Konflikte, welche in den Workshops stattgefundne habe, eine womöglich dort stattgefundenen sachliche Auseinandersetzung verschleiert.

Projektverlauf auf Seite 7

Auch hier kommt wieder die Pathologisierung von Widerständen gegenüber dem Feminismus in Spiel. Anstatt Widerstände als wichtige Hinweise auf unerfüllte Bedürfnisse der Beteiligten zu Betrachten, um ein gemeinsame Lernprozesse auf Augenhöhe zu eröffnen, kommt hier eine Haltung zum Ausdruck, wo quasi Erleuchtete den nicht Erleuchteten helfen müssen, ans Licht zu kommen. Dass diese Haltung selbst auch gesunden “Widerstand” gegenüber der Verletzung des Wunsches nach einer Beziehung auf Augenhöhe auslösen kann, ist den Autoren leider nicht bewusst.

Seite 11 Auslöser von Widerstand

Hier wird es nun mal konkret und nachvollziehbar. Ich werde nicht auf alles Gesagte eingehen, da es den Rahmen dieses Blogartikels völlig sprengen würde. Hier mal ein krasses Beispiel. “Gaslighting” bezeichnet üblicherweise ein Verhalten, wo man falsche Repräsentationen der Wirklichkeit predigt. Die Aussage, dass es mehr Hilfe für Frauen und mehr Frauen- als Männerhäuser gibt, entspricht so eigentlich einer empirischen Realität. Diese empirisch nachzuweisende Realität dann als “Gaslighting” zu bezeichnen, ist in sich Gaslighting. Und eine besonders perfide Art des Gaslightings, welches den Begriff gar ins Spiel bringt.

Ausschnitt aus Seite 14

Hier zeigt sich, wie sehr die Autoren von der Broschüre von der Kopfgeburt ihrer Ideologie ausgehen, dass Männer privilegiert seien und schliessen ohne irgendwelche empirischen Belege oder Überprüfungen ihrer Hypothese, dass “Erfahrungen (von Männern) im Mittelpunkt stehen”. Demgegenüber zeigen empirische Forschungen wie z.B. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5112287/ relativ konsistent, dass Frauen für gleiche Erfahrungen mehr Empathie erhalten als Männer. SIehe dazu auch die Homepage http://www.genderempathygap.de

Aufgrund des empirischen Forschungsstandes könnte man also davon ausgehen, dass Männer grundsätzlich weniger Aufmerksamkeit als Frauen bekommen, was sie in Bezug auf Empathie auch bedürftiger macht. Dass dann in Räumen, die man dermassen als “Safe Spaces” der Nächstenliebe bezeichnet, Männer auch vehement ihres vernachlässigten Bedürfnisses nach Empathie zum Ausdruck bringen, ist dann kein Zeichen von “Widerstand”, sondern vielmehr davon, dass diese Männer die Workshops und ihre Ziele wirklich ernst meinen. Zu bearbeiten gäbe es dann eher die Widerstände der Workshopleiter bezüglich dieses Ausdrucks authentischer Bedürftigkeit.

Seite 14

Hier kommt es zur typischen Täter-Opfer-Umkehr und die Alltagsrealität von Männern: Anstatt anzuerkennen, dass Männer objektiv vielfach belegt (siehe z.B: https://www.proquest.com/openview/18ff860071ff793d5240c7040a00d4d9/1.pdf?pq-origsite=gscholar&cbl=18750&diss=y) viel weniger positive Resonanz auf Zeichen von Schwäche oder dem Fragen um Hilfe bekommen als Frauen, wird den Männern dann noch vorgeworfen, dass sie sich zu wenig verletzbar zeigen. Anstatt Souveränität und Eigenverantwortung als Notlösung zum Umgang mit einer Aussenwelt anzuerkennen, welche sich nicht für die eigene Bedürftigkeit interessiert und die Gefühlskälte gegenüber Männern zu problematisieren, schiebt man die Schuld dafür den Opfern dieser Gefühlskälte zu.

Seite 16

Auch hier wird wieder Bezug genommen auf den sexistischen Verschwörungsmythos des Patriarchats, welcher ohne jegliche Möglichkeiten der Falsifizierbarkeit (oder Differenzierung nach Unterbereichen von Bevor- und Benachteiligungen je nach Lebensbereich) der Bevorteilung von Männern gegenüber “FLINTA+” die ideologische Indoktrination der Teilnehmer des Workshops offenlegt. Gegen jegliche sachliche Kritik gegenüber der indoktrinierten Ideologie wird durch Pathologisierung der Kritisierenden als “im Widerstand” eine objektive Auseinandersetzung verunmöglicht. Dies unter einem ständig wirkenden Double Bind, durch Betonung eigener “Diskriminierungssensibilität” und “machtkritischer” Haltung gleichzeitig abweichende Meinungen konsequent als feindlich, fehlgeleitet oder pathologisch zu bezeichnen.

Seite 30

Wie heisst es so schön: “You talk the talk but you dont walk the walk”. Grundsätzlich wären solche Workshops ja ein spannender Ausgangspunkt um sich wirklicher Emanzipation von Geschlechterstereotypen anzunehmen. Wenn Feminismus als Bewegung angesehen werden will, welche wahrhaftig für gleiche Rechte und gleichen Respekt eintreten will, dann sollte sie aufhören, sachliche Kritik als “Widerstand”, feindseligen “Antifeminismus” oder sonstigen “Hass” zu pathologisieren.

Als Psychotherapeut erschreckt es mich, dass eine solche Broschüre von offiziellen Bundesstellen unterstützt und quasi als pädagogischer Ratgeber zur Verfügung gestellt wird. Ich halte das Vorgehen für emotional verstörend und sehe die persönliche Würde und Integrität der Teilnehmer eines solchen Workshops als zu wenig geschützt.



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